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Weshalb eine Beratungsstelle zum Thema „SEXUELLER MISSBRAUCH“?
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Prävention
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Aktuell: Loverboys - Vom Liebhaber zum Zuhälter
29.02.2012
Informationsveranstaltung für Fachkräfte, Eltern und Interessierte am 29. Februar 2012 in Kreuztal
„Was macht Ihr Kind zwischen Schule und Abendbrot?“ diese Frage seitens EILOD, einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe in Düsseldorf, leitet die Aufklärung zu dem Phänomen Loverboys ein.
Loverboys: Vom Liebhaber zum Zuhälter
Loverboys erscheinen nach außen als ganz „normale“ junge Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Sie treten als Einzeltäter auf oder arbeiten zusammen in kleinen Gruppen. Sie gaukeln jungen Mädchen die große Liebe vor, machen ihnen Geschenke und fahren sie mit dem Auto durch die Gegend. Sie zeigen sich den Mädchen zunächst einfühlsam und verständnisvoll, gleichzeitig isolieren sie die Mädchen von ihren Eltern und Freunden. Sie machen die Mädchen finanziell abhängig, setzen sie unter Drogen, misshandeln und missbrauchen sie und zwingen sie schließlich dazu, sich für sie zu prostituieren.
Ihre Opfer: Jedes Mädchen kann einem Loverboy zum Opfer fallen. Meistens suchen sich Loverboys gezielt junge Mädchen ab 11 Jahren. Sie bevorzugen leicht beeinflussbare, unsichere Mädchen aus schwierigen Lebenssituationen, wie zum Beispiel Mädchen, die einen Angehörigen verloren haben oder Mädchen aus zerstrittenen Familien.
Niemand bekommt etwas mit: Während die Mädchen im Hintergrund sexuell ausgebeutet werden, achten ihre Liebhaber vordergründig darauf, dass die Mädchen möglichst ihrem gewöhnlichen Tagesablauf nachgehen. Sie verfolgen weiterhin die Schule, in den Freistunden und am Abend müssen sie anschaffen.
Bei dem Phänomen Loverboys handelt es sich also um Mädchenhandel. Welches Ausmaß das Ganze hat ist ungeklärt. In den Niederlanden wird bereits seit 15 Jahren offen über das Problem diskutiert. Die Zahl der Betroffenen in unserem Nachbarland wurde für das Jahr 2010 auf 2500-5000 geschätzt. In Deutschland ist das Phänomen erst wenig bekannt. Sicher ist jedoch, dass Loverboys kein nur niederländisches Phänomen ist. 2010 wurde in Düsseldorf die Elterninitiative EILOD e.V. (Elterninitiative Loverboy in Deutschland) gegründet, die bereits mit zahlreichen betroffenen Mädchen und jungen Frauen in Deutschland in Kontakt steht. Darüber hinaus ist von einer großen Dunkelziffer auszugehen. Auch in Siegen wurde die Thematik nun erstmals in Fachkreisen diskutiert. Mit der Informationsveranstaltung möchten wir nun öffentlich in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe auf das Thema Loverboys aufmerksam machen.
Informationsveranstaltung zum Thema Loverboys:
Datum: 29.02.2012 von 13:00 - 16:00 Uhr
Ort: Weiße Villa (Dreslers Park), Hagener Straße 22, 57223 Kreuztal
Die Veranstaltung wird eingeleitet von Frau Bärbel Kannemann, ehemalige Kriminalbeamtin, Mitarbeiterin der Niederländischen Stiftung StobloverboysNu, sowie Leiterin der deutschen Elterninitiative EILOD e.V.. Im Anschluss berichtet Dirk R, als engagierter Vater eines Loverboy-Opfers, und Vorsitzender von EILOD, von seinen Erfahrungen mit der Thematik. Andrea Hitzke, Sozialarbeiterin und stellvertretende Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission, berichtet abschließend von ihrer Arbeit mit Mädchen in der Prostitution und geht damit auf die Frage ein: „Welche Anlaufstellen und Hilfsmöglichkeiten gibt es für Loverboyopfer?“.
Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle!!!
Wir freuen uns auf einen informativen und diskussionsreichen Nachmittag mit hoffentlich vielen Teilnehmern. Bitte melden Sie sich, wenn möglich, vorher an bei:
Beratungsstelle FÜR MÄDCHEN IN NOT, Moltkestr. 11, 57223 Kreuztal, Tel: 02732/4133,
Fax: 02732/204707, info@maedchen-in-not.de.
Veranstalterinnen:
Maren Niemeyer und Jessica Schmidt (Beratungsstelle FÜR MÄDCHEN IN NOT),
Monika Molkentin-Syring (Gleichstellungsstelle der Stadt Kreuztal)
Kooperationen: Frauen helfen Frauen e.V. Siegen, Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfen e.V., Der PARITÄTISCHE Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein-Olpe